Den passenden Preis finden oder „Darf’s a bissal mehr sein?“

Der Fahrradbasar steht vor der Tür und die Vorbereitungen laufen bereits auf Hochtouren. Die ersten Personaleinteilungen wurden schon gemacht und das Brainstorming zur Optimierung der Abläufe bringt hoffentlich wieder weitere Vorteile für alle Besucher und Helfer mit sich. Eine Frage, die wir immer wieder bei der Annahme von Rädern gestellt bekommen, ist: „Was darf man denn für so ein Fahrrad noch verlangen?“. Dazu kann man ganz klar sagen: das kommt drauf an! 😉

Fahrradzubehörcheck

Der Preis ist immer schwierig zu bestimmen und hängt nicht zuletzt vom eigenen Motiv ab. Will ich mein altes Fahrrad aus der Garage, dem Keller oder aus dem hinteren Haus endlich weg haben, damit ich wieder Platz bekomme oder ist das nicht so mein Problem?Ich rate den Besuchern im ersten Fall immer den Betrag eher etwas niedriger zu wählen, dann wird das Rad mit hoher Wahrscheinlichkeit verkauft, man bekommt dafür Geld und hat wieder mehr Platz zur Verfügung (plus ein anderer freut sich und hat vielleicht noch Geld für einen Radhelm). Hat man ein Fahrrad, das jetzt nicht unbedingt Platz machen muss, kann man sich mit dem Verkaufspreis ruhig nach oben orientieren.

Ganz klar ist aber, dass niemand sein Fahrrad verscherbeln soll oder muss und ein sauber gepflegtes Fahrrad von guter Qualität auch ruhig seinen Preis haben darf. Zieht man das Alter und den Zustand eines Fahrrades in Betracht, so kann man grob (und unverbindlich!!) sagen, dass ein altes Markenfahrrad für Erwachsene und Jugendliche von etwa KTM, Puch, usw. immer etwas über 100 Euro wert ist. Da stört es auch nicht, wenn das gute Stück schon älter ist als sein neuer Besitzer. Darunter reihen sich eigentlich nur Räder welche weit weg von einem guten Zustand sind. KTM und Puch sind hierbei einfach deshalb erwähnt, weil diese Fahrräder auch nach 20 Jahren (bei richtiger Pflege) noch gut ihren Dienst tun (ebenso wie andere, jüngere Marken).

Bei jüngeren Fahrrädern sollte man immer abwiegen, wie lange man das Rad schon im Besitz hat, wieviel es bei der Anschaffung gekostet hat und wie viele Kilometer (mit den einhergehenden Gebrauchsspuren) man damit hinter sich gebracht hat. Ein 1.800 Euro Fahrrad ist sicher auch nach mehreren Jahren noch gutes Geld wert, aber es ist sehr unwahrscheinlich, dass es bei realistischer Betrachtung noch 1.700 Euro sind… Andererseits braucht man auch nicht (außer man hat eine sehr karitative Ader) sein 4 Jahre altes Marken-Mountainbike mit solider Ausstattung mit einem Anschaffungspreis von über 1.000 Euro für 120 Euro verschleudern… Kinderfahrräder (bis etwa 10 Jahre) sind in dieser Beziehung oft ähnlich im Preis, jedoch in der Regel etwas billiger.

Will man sich ein eigenes Bild über den Wert eines Fahrrades machen, empfehle ich einen Blick in eine Gebrauchtwarenbörse, wie z.B. willhaben.at. Diese ist Österreich orientiert und man bekommt rasch einen Eindruck über die ungefähren Preise. Wichtig: auf willhaben.at wird in der Regel noch mit dem Verkäufer über den Preis verhandelt, daher setzen viele ihre Preise höher an! Oder anders gesagt: Ich kann auch ein Rad aus dem Bach ziehen und es als „Vintage Classic Bike“ inserieren für € 650, kaufen wird’s nur keiner (oder für erheblich weniger).

Einen letzten abschließenden Tipp zur Preisfindung: machen Sie das Rad sauber, kontrollieren sie die Bremsen und pumpen sie die Reifen auf, dann sieht man den Wert auch optisch leichter. Und seien Sie ehrlich zu sich selber, ein Rad vom Discounter ist eben den Käufern in der Praxis nicht dasselbe Geld wert, wie eines aus einer bekannten Fahrradfirma mit entsprechender Marke.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch am Basar!

Euer Team von Braunau mobil

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